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Wirtschaft muss Azubis Nachhilfe geben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ingo Nestler   
Donnerstag, den 08. April 2010 um 21:28 Uhr

Seit Jahren klagen Unternehmen über das sinkende Bildungsniveau von Auszubildenden. Laut einer neuen Studie versucht die Mehrzahl der Betriebe inzwischen, Defizite selbst auszubügeln - nicht nur in Mathe oder Deutsch.

Den Schulabgängern fehlen nach Einschätzung der Wirtschaft zunehmend die Grundvoraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung. Mehr als jeder zweite Betrieb (54 Prozent) organisiere inzwischen in unterschiedlichen Formen Nachhilfe im eigenen Unternehmen, ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die Unternehmen müssten zunehmend ausbügeln, was Elternhaus und Schule in 16 Jahren versäumt hätten, hieß es aus dem Verband, der die Studie am Donnerstag in Berlin vorstellt. Dabei gehe es nicht nur um Rechnen, Schreiben und Lesen. Immer häufiger mangele es auch an Disziplin, Teamfähigkeit und Pünktlichkeit.
Die DIHK-Umfrage bei über 15.000 Unternehmen soll auch Aufschluss bringen über die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte jüngst mitgeteilt, dass bei ihr bis Ende März etwas mehr Ausbildungsplätze gemeldet worden seien als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies lasse aber noch keine Rückschlüsse auf das ganze Jahr zu. Eine Bilanz wird traditionell erst Ende September gezogen.

Der DIHK-Umfrage zufolge nutzt fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagenturen. Nach Zahlen der BA machten im Jahr 2009 davon 71.100 Lehrlinge Gebrauch. Zudem nutzten demnach 31.600 junge Menschen die sogenannte Einstiegsqualifizierung. Das sind mehrmonatige, finanziell bezuschusste betriebliche Praktika, die auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten sollen.

Klagen über die ungenügende Qualifzierung von Auszubildenden häufen sich seit einigen Jahren. Anfang März wurden Auszüge aus dem jährlichen Berufsbildungsberichts der Bundesregierung bekannt, der am 23. April im Bundestag vorgestellt wird. Demnach waren im Jahr 2008 47,3 Prozent der Schulabgänger "nicht ausbildungsreif" und mussten vor Vermittlung in eine Lehrstelle zusätzliche Förderprogramme absolvieren. Allerdings ist diese Zahl gegenüber 2005 zurückgegangen - von 55 Prozent auf 47,3 Prozent.

Vor allem in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel konnten zehn bis 15 Prozent der angebotenen Lehrstellen nicht besetzt werden. Nachwuchsprobleme gibt es auch bei Klempnern, Fleischern und Gebäudereinigern. Problematisch ist zudem, dass gut ein Fünftel aller Ausbildungsverträge vorzeitig wieder gelöst wird. Dabei wird die Wirtschaft laut dem Bundesbildungsministerium aufgrund von geburtenschwachen Jahrgängen "schon bald jeden jungen Menschen brauchen".

Quelle: ftd.de

 

Mein Kommentar: Der Artikel spricht Bände, aber die wahren Gründe werden, mal wieder, nicht genannt. Die Wirtschaft braucht keine gut geschulten und selbst denkenden Menschen. Die Wirtschaft braucht dumme, jeden Dreck in sich hineinstopfende und durch Fernsehen und Printmedien (dieses Wort werden viele der bezeichneten nicht verstehen) verblödete Konsumenten. Produziert wird doch heute schon da, wo die Arbeits- und Lebensbedingungen, und dadurch auch die Löhne, so pervers schlecht sind, dass es den Menschen nur ums nackte Überleben geht. Da sollen die Völker der sog. westlichen Welt auch bald landen!!!

 
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