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Das US-Landwirtschaftsministeriums (United States Department of Agriculture) meldet für Januar 2010, bereits den fünfzehnten Monat in Folge, einen neuen Rekord bei den Beziehern von Lebensmittelmarken. Unfassbare 39,430724 Millionen US-Bürger bezogen im Januar die moderne Version der Food Stamps, Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 133,25 Dollar pro Person auf Basis des staatlichen Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP).

Der explosive Anstieg der Lebensmittelmarken-Bezieher auf Monatsbasis. Im Januar 2010 stieg die Zahl der Food Stamps-Bezieher um +452'214 zum Vormonat an! Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es sogar unglaubliche +7,225881 Millionen US-Bürger, was einem Anstieg von +22,44% entsprach, die Leistungen aus dem SNAP-Programm bezogen!
Im Jahr 1969 waren 2,878 Millionen US-Bürger Bezieher von Food Stamps und das Programm verursachte 577 Millionen Dollar an Kosten. 1990 waren es bereits 20,1 Millionen Bedürftige die Leistungen bezogen und die Kosten stiegen auf 15,5 Mrd. Dollar. Im Jahr 2000 bezogen 17,2 Millionen Menschen Lebensmittelmarken, die Kosten stiegen auf 17,1 Mrd. Dollar. Im Jahr 2009 waren es durchschnittlich 33,722 Millionen Food Stamps Bezieher und das SNAP-Programm verschlang 53,630 Mrd. Dollar! Im Januar 2010 wurden 39,431 Millionen Food Stamp Bezieher gezählt und mit 5,254 Mrd. Dollar wurde auch ein neuer Monatsrekord bei den Kosten an direkten Hilfen, ohne die Kosten für den Verwaltungsaufwand erreicht!
Im Rahmen des US-Konjunkturprogramm 2009 (American Recovery and Reinvestment Act) in Höhe von 787 Mrd. Dollar, fließen bis 2013 je 20 Mrd. Dollar zusätzlich in das Lebensmittelprogramm für Bedürftige!
SNAP spiegelt trotz enormer Steigerungsraten nicht die wirkliche Armut in den USA ab, den der Zugang zu den SNAP -Hilfen unterliegt strengen Restriktionen. Um in den "Genuss" der Kreditkarten für Lebensmittelausgaben zu kommen, müssen arbeitsfähige Erwachsene zwischen 16 und 60 Jahren den Nachweis erbringen, dass sie Arbeit suchen und bereit sind bestimmte Arbeiten zu akzeptieren, z. B. an Beschäftigungs- und Ausbildungsprogrammen teilnehmen. Die Millionen entmutigten Arbeitnehmer, die aufgegeben haben einen Job zu suchen, fallen wie in der Arbeitslosenstatistik auch bei SNAP durchs Netz. Erwachsene ohne Kinder können generell nur maximal 3 Monate SNAP beziehen. Nahezu 76% der Lebensmittelmarken gehen an Familien mit Kindern, davon 61% an Kinder mit nur einem Elternteil.
Als Voraussetzung für die Bedürftigkeit wird die Armutsgrenze herangezogen. Diese ist bei SNAP für einen 1 Personenhaushalt aktuell mit 903 Dollar (614 Euro) Nettoeinkommen je Monat und für einen 4 Personenhaushalt mit 1838 Dollar Netto definiert!
Ganz im Gegensatz zu den Finanzinstrumenten am Kapitalmarkt, sind die beziehbaren Lebensmittel der Armen stark reglementiert. Bier, Wein, Alkohol, Zigaretten, Tabak, Tiernahrung, Kosmetikprodukte, Medikamente, Vitamine, Restaurants, selbst Fast Food-Lokale sind vom Bezug ausgeschlossen (Details: PDF Snap/Retailers).
Der Anstieg der Armut, gemessen an den Beziehern von Food Stamps, ist atemberaubend und erschreckend zu gleich. Seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 sind 8,201 Millionen Jobs verloren gegangen. Auch wenn für März 201o vom Bureau of Labor Statistics (BLS) ein Stellenaufbau von +162'000 gemeldet wurde, die Wahrscheinlichkeit das der rapide steigende Trend der Food Stamp Bezieher ungebrochen bleibt ist hoch!
Denn die Qualität des Stellenaufbaus ist mies. Plus 48'000 Jobs gingen auf befristete Einstellungen für die Volkszählung (Census 2010) zurück, +81'000 auf das Net Birth/Death Model, einer lächerlichen Schätzung der Beschäftigung in neugegründeten und liquidierten Firmen, +40'000 Stellen kamen aus der Zeitarbeit (Temporary Help Service) und ca. +100'000 Stellen sind den milderen Temperaturen zuzuordnen. Die offizielle Fehlerquote bei den Daten zu den Nonfarm Payroll Employment (Stellenaufbau/abbau) wird von der BLS übrigens mit +/- 100'000 Stellen angegeben. Wirkliche Substanz und Qualität bei den neuen Jobs sieht deutlich anders aus!!
Im Arbeitsmarktbericht Januar 2010 revidierte die BLS die ursprünglichen Annahmen aus dem Net Birth/Death Model, von April 2008 bis März 2009 (Benchmark 2009) um satte -779'000 Stellen nach unten! Für die Post Benchmark April 2009 bis Dezember 2009 lösten sich -405'000 zuvor geschätzte neue Stellen in Luft auf! Sollte die BLS weiter so "genau" bei ihren Schätzungen sein und dies ist durchaus wahrscheinlich, könnte der ganze Stellenaufbau im März in Hinsicht von Qualität und Quantität eine Fata Morgana sein!
Dies zeigt genaugenommen auch schon im März die Arbeitslosenquote U-6 an, denn diese ist weiter auf saisonbereinigte 16,9% angestiegen! Die nicht bereinigte Anzahl der Arbeitslosen, inklusive der Arbeitnehmer in Teilzeit, welche aber einen Vollzeitarbeitsplatz suchen, der marginal und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer und der sogenannten entmutigten Arbeitnehmer, welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten betrug im März gewaltige 27,981 Millionen!!
Rechnet man, wie John Williams von Shadow Government Statistics (SGS), bei der Arbeitslosenqute U-6 die entmutigten Arbeitnehmer hinzu, welche seit mehr als einem Jahr aufgehört haben nachgewiesener Weise einen Job zu suchen, wie es noch vor der Clinton-Ära statistisch erfasst wurde, erhält man eine saisonbereinigte Arbeitslosenquote von 21,7%!
Auch der weitere Anstieg der Langzeitarbeitslosen im März, ermittelt in der Arbeitslosenquote U-3, um +414'000 auf 6,547 Millionen, die länger als 27 Wochen keinen Job haben, spricht Bände über den Zustand des US-Arbeitsmarktes. Ein neuer Rekord, von 44,1% aller unter U-3 gezählten Arbeitslosen sind Langzeitarbeitslose! Die Entwicklung der Zahl der Langzeitarbeitslosen seit Januar 1948. Quelle Daten: Data.bls.gov
Ohne neue Jobs und Einkommen wird aber auch die Armut nicht abnehmen und dies belegt, dass die Sozialisierung der Verluste aus dem Finanzmarkt-Casino das untere Ende der Gesellschaft stark in Mitleidenschaft zog, während Teile der Verursacher der Finanzkrise weiter dekadent ihren Pfründen frönen! Quelle: wirtschaftquerschuss.blogspot.comMein Kommentar: Die USA ist der Indikator für uns. Mit zeitlicher Verzögerung wird dieses Szenario auch, und voraussichtlich noch härter, wie 1929/1930 Europa treffen. Vorsorgen? Keine oder nur eine geringe Chance. Wir erleben gerade, wiedermal, das implodieren des Zins- und Zinseszinssystems. Einher geht die Abschaffung der Demokratie und Aufhebung der Menschenrechte. Die geringe Chance, die ich sehe, ergibt sich aus dem Schmerz des Verlußtes bei der Masse des Mittelstandes. Wenn die Mittelständler sich einigen könnten (Beamte, lohnabhängig Beschäftigte, selbst arbeitende Unternehmer und Angestellte) mit den Billiglöhnern, Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern, dann noch Menschen vertrauen die positive Alternativen bieten (Silvio Gesell, Victor Schauberger, Wilhelm Reich), Prof. Bernd Senf kann Ihnen die Lehren, dieser Aktivisten einer besseren Welt, erleutern, dann haben wir die Chance die wahren Feinde, einer jeden menschlichen Gesellschaft, zu entmachten!!! |